Gingercreek
Rassestandard Lagotto Romagnolo
Quelle: Lagotto Club Schweiz) Ursprung: Italien.
Datum der Publikation des gültigen Original Standardes: 24.07.1996
Verwendung: Trüffelhund.
Klassifikation FCI: Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde. Sektion 3 Wasserhunde. Ohne Arbeitsprüfung.
 
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:
Alteingesessener Wasser-Apportierhund in den sumpfigen Talgründen von Comaccio und in den Lagunen um Ravenna. Im Laufe der
Jahre wurden die Sümpfe trockengelegt und in Ackerland verwandelt; seit der Urbarmachung wird der Lagotto in den Ebenen und
Hügeln der Romagna zur Trüffelsuche eingesetzt.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Kleiner bis mittelgrosser, wohl proportionierter, kräftig gebauter Hund von rustikalem Aussehen mit dichtem, gelocktem Haar von
wollener Struktur.
WICHTIGE PROTIONEN:
Die Länge des Kopfes beträgt 40% der Widerristhöhe. Der Hund ist nahezu gleich lang wie hoch (quadratisch). Der Schädel soll etwas
länger sein als 50% der Gesamtlänge des Kopfes. Der Fang ist um 2/10 kürzer als der Schädel (44% und 56%). Die Tiefe der Brust
misst weniger als 50% (ungefähr 44%) der Widerristhöhe.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):
Seine natürliche Begabung zum Revieren und sein ausgezeichneter Geruchssinn haben seinen Wandel zu einem vorzüglichen Trüffelhund
begünstigt. Sein Jagdinstinkt ist erloschen, womit er durch den Wildgeruch von seiner Arbeit nicht abgelenkt wird. Der Lagotto ist
gehorsam, genügsam, aufgeweckt, liebenswürdig, fest an seinen Meister gebunden und leicht auszubilden. Er ist zudem ein
ausgezeichneter Begleit- und Wachhund.
KOPF: Von oben gesehen trapezförmig und mässig breit; die oberen Begrenzungslinien des Fangs und des Schädels streben leicht
auseinander.
OBERKOPF / SCHÄDEL: Auf der Höhe der Jochbogen breit; die Länge des Schädels entspricht seiner Breite. Von der Seite gesehen ist
der Schädel vom Stop bis zum Hinterhauptbein länger als der Fang. Leicht konvex, wird er am Hinterkopf allmählich flacher. Die
knöchernen Rundungen der Stirn sind gut entwickelt, die Augenbrauenbogen und die Stirnfurche sind ausgeprägt, der
Hinterhauptbeinstachel ist kurz und nicht stark entwickelt, die supraorbitalen Einsenkungen sind unauffällig.
STOP: Nicht zu stark ausgeprägt.
NASENSCHWAMM: Gross, mit beweglichen Flügeln und weit geöffneten Nasenlöchern. Die vertikale Rinne ist ausgeprägt. Von der
Seite gesehen ist der Nasenschwamm auf derselben Höhe wie der Fang und ragt nur wenig über den oberen Rand der Lefzen hinaus. 
Die Farbe entspricht der Farbe des Haarkleides und geht von hellbraun zu dunkelbraun.
FANG: Ziemlich breit, etwas kürzer als der Schädel (Verhältnis Schädel zu Fang = 56 zu 44); nur sehr wenig länger als hoch, leicht
keilförmig und vorne mässig abgeflacht. Von der Seite gesehen ist der Nasenrücken gerade.
LEFZEN: Die nicht allzu dicken Lefzen sind eher eng anliegend, so dass die untere Begrenzungslinie des Fangs durch den Unterkiefer
gebildet wird. Sie sind von einem langen und eher struppigen Oberlippenbart bedeckt. Von vorne gesehen bilden die Lefzen einen
breiten Halbkreis. Die Farbe der Lippenumrandung geht von hellbraun zu dunkelbraun.
KIEFER/ZÄHNE: Die Kiefer sind kräftig mit fast geraden Seitenästen und relativ breiten Gebissknochen. Komplettes Scheren- oder
Zangengebiss mit weissen, gut entwickelten Zähnen. Knapper Vorbiss zulässig.
BACKEN: Flach
AUGEN: Ziemlich gross, rundlich, die Augenhöhle füllend, ziemlich weit auseinander liegend. Die Farbe der Iris geht entsprechend der
Farbe des Haarkleides von Ocker über haselnussfarben bis zu dunkelbraun. Die Ränder der straff anliegenden Augenlider sind hellbraun
bis dunkelbraun gefärbt. Die Wimpern sind sehr gut entwickelt. Der Blick ist lebhaft, der Ausdruck aufmerksam und aufgeweckt.
BEHANG: Im Verhältnis zum Kopf mittelgross, dreieckförmig mit abgerundeter Spitze; der eher breite Ansatz liegt knapp oberhalb des
Jochbogens. In der Ruhestellung hängend wird der Behang bei Aufmerksamkeit leicht angehoben. Wenn er längs des Fangs nach vorn
gelegt wird, soll er einen Viertel der Länge des Fangs erreichen. Am Behang sind die Locken weniger straff, aber das Haar bleibt stark
gewölbt. Kein kurzes Haar am Behang. Die Innenseite der Ohrmuschel ist ebenfalls vollständig behaart.
HALS: Kräftig, bemuskelt, dünn, von ovalem Durchmesser; am Nacken gut abgesetzt und ohne eine Spur von Wamme. Die obere
Begrenzungslinie ist leicht gewölbt. Bei den Rüden kann der Halsumfang die zweifache Länge des Halses erreichen. Die Länge des
Halses ist etwas geringer als die Gesamtlänge des Kopfes.
KÖRPER: Rumpf stramm und kompakt, in seiner Länge der Widerristhöhe entsprechend.
OBERE PROFILLINIE: Vom Widerrist zur Kruppe gerade.
WIDERRIST: Höher als die Kruppe; die Schulterblattspitzen sind nicht eng aneinander, aber gut vorstehend und weit nach hinten
reichend.
RÜCKEN: Stark bemuskelt, gerade.
LENDEN: Kurz, sehr kräftig, von der Seite gesehen leicht gewölbt; ihre Breite entspricht oder überragt leicht ihre Länge
KRUPPE: Lang, breit, muskulös, leicht geneigt (Neigung von 25° bis 30°).
BRUST: Gut entwickelt; sie reicht bis zu den Ellenbogen. Vorne ziemlich schmal, wird sie von der sechsten Rippe an nach hinten breiter.
UNTERE PROFILLINIE UND BAUCH: Das Brustbein ist lang und bildet eine gerade Linie; weiter nach hinten ist die untere Linie nur
leicht aufgezogen.
RUTE: Weder zu hoch noch zu tief angesetzt, sich zur Spitze hin verjüngend. In ihrer Länge sollte sie knapp bis zum Sprunggelenk
reichen. In der Ruhe säbelförmig getragen, bei Aufmerksamkeit eindeutig höher; bei der Arbeit und im Affekt kann sie über dem Rücken
getragen werden, ist aber nie gerollt.
GLIEDMASSENVORDERHAND: Allgemeines: Von vorne und von der Seite gesehen senkrecht.
SCHULTERN: Schulterblatt lang (30% der Widerristhöhe), gut schräg liegend (52° bis 55°), bemuskelt, kräftig, fest, aber ohne
Einschränkung der Beweglichkeit an der Thoraxwand befestigt. Der Schultergelenkswinkel beträgt 110° bis 115°.
OBERARM: Bemuskelt, von feiner Knochenstruktur, gleich lang wie das Schulterblatt; seine Neigung zur Horizontalen beträgt 58° bis
60°.
ELLENBOGEN: Gut, aber nicht zu straff an der Thoraxwand anliegend; sie sind von zarter Haut überzogen. Wie für den Oberarm ist die
Stellung der Ellenbogen parallel zur medianen Sagittalebene des Körpers. Die Spitze des Olecranons liegt auf einer vertikalen Linie, die
vom kaudalen Ende des Schulterblattes zu Boden fällt.
UNTERARM: In genau senkrechter Stellung, lang (36% der Widerristhöhe), mit starken kompakten Knochen von ovalem Querschnitt.
VORDERFUSSWURZELGELENK: Von vorne gesehen in der senkrechten Verlängerung des Unterarmes; dünn, kräftig und beweglich;
das Erbsenbein ist deutlich vorstehend.
VORDERMITTELFUSS: Eher weniger dick und von feinerem Knochenbau als der Unterarm, elastisch. Von der Seite gesehen bildet er
mit dem Boden einen Winkel von 75° bis 80°.
VORDERPFOTEN: Leicht abgerundet, kompakt mit gewölbten, eng aneinander liegenden Zehen. Die Krallen sind kräftig und gebogen.
Die Fussballen sind gut pigmentiert. Die Zwischenzehenmembranen sind gut entwickelt.
HINTERHAND: Allgemeines: Gerade und parallel, kräftig, in guter Proportion zur Grösse des Hundes.
OBERSCHENKEL: Lang (35% der Widerristhöhe) mit voneinander gut abgesetzten, deutlich sichtbaren Muskelpaketen. Die Achse des
Oberschenkels weist zur Horizontalen eine ausgeprägte Neigung von 80° auf. Der Hüftgelenkswinkel beträgt 105° bis 110°. Der
Oberschenkel ist parallel zur mittleren Sagittalebene des Körpers.
KNIE: Der Kniegelenkswinkel beträgt 130° bis 150°.
UNTERSCHENKEL: Nur wenig länger als der Oberschenkel (36% der Widerristhöhe), gut bemuskelt und von guter Knochensubstanz.
Die Unterschenkelrinne ist gut sichtbar. Die Neigung des Unterschenkels zur Horizontalen beträgt 50° bis 55°.
SPRUNGGELENK: Breit, dick, trocken, mit klar gezeichnetem knöchernem Umriss; parallel zur mittleren Sagittalebene des Körpers. Der
Sprunggelenkswinkel beträgt ungefähr 140°.
HINTERMITTELFUSS: Dünn, zylindrisch, senkrecht zum Boden.
HINTERPFOTEN: Etwas mehr von ovaler Form als die Vorderpfoten, da die Zehen etwas weniger gewölbt sind.
GANGWERK: Schritt regelmässig, Trab voller Energie und lebhaft, Galopp in kurzen Perioden.
HAUT: Am ganzen Körper gut anliegend, ohne Falten, zart; Unterhautbindegewebe spärlich. Die Pigmentierung der Schleimhäute und
der Ballen ist von brauner bis stark dunkelbrauner Farbe.
HAAR: Wollig, oberflächlich etwas rau, mit eng gerollten ringförmigen Locken, welche die Unterwolle durchscheinen lassen. Die Locken
sollen am ganzen Körper gleichmässig verteilt sein, ausgenommen am Kopf, wo die Locken weniger straff gerollt sind und Augenbrauen
sowie einen reichlichen Oberlippen- und Kinnbart bilden. Sogar die Backen sind dicht behaart. Das Deckhaar und besonders die
Unterwolle sind wasserundurchlässig. Wenn das Haar nicht gekürzt wird, neigt es zur Verfilzung; deshalb muss das Haar mindestens
einmal im Jahr vollständig geschoren werden. Verfilztes Deckhaar und verfilzte Unterwolle müssen regelmässig entfernt werden.
FARBE: Einfarbig schmutziges weiss, mit braunen oder orangen Flecken, braunschimmel, einfarbig braun (in verschiedenen Tönungen)
oder einfarbig orange. Braune bis dunkelbraune Maske zulässig.
WIDERRISTHÖHE:
Für Rüden: 43 bis 48 cm (Idealgrösse 46 cm)
Für Hündinnen: 41 bis 46 cm (Idealgrösse 43 cm)
Toleranz: + - 1 cm.
GEWICHT: Für Rüden: 13 bis 16 kg.; Hündinnen: 11 bis 14 kg.
FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem
Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
- Obere Begrenzungslinien von Fang und Schädel sich einander annähernd.
- Partielle Depigmentierung des Nasenschwammes.
- Eindeutiger Vorbiss.
- Schielen.
- Gekürzte Rute.
- Afterkrallen.
- Haar nicht gelockt oder kurz geschnitten.
- Haarfarbe schwarz, schwarze Flecken.
- Über- und Untergrösse.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER
- Totale Depigmentierung des Nasenschwammes
- Rückbiss
- Glasauge
- Geschnürtes Haarkleid.
Weitere Bemerkung: 
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
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